Am Tag des guten Lebens erleben die Nachbarinnen und Nachbarn ihren Kiez aus einer anderen Perspektive: frei von Konsum, frei von Autos, offen für alle.

Wie das in den Jahren 2020 und 2021 in Berlin aussah, schaut ihr euch am besten in unserer Broschüre an, in der wir Gesichter und Geschichten rund um das gute Leben zusammengestellt haben:

Broschüre „Tag des guten Lebens Berlin“ (Download PDF)

Ziel des „Tag des guten Lebens“ ist es, die Nachbarschaft zusammenzubringen und den öffentlichen, autofreien Raum vor der eigenen Haustür als Gemeingut zu nutzen.

Zu den Grundsätzen gehört dabei, dass an dem Tag nichts verkauft und nichts gekauft werden kann – damit unterscheidet sich der Tag des guten Lebens deutlich von sonstigen Straßenfesten. Stattdessen soll miteinander geteilt oder geschenkt werden.

Um sich auf den Straßen begegnen zu können, sollen die Autos an dem Tag in anderen Gebieten geparkt werden und kein Durchgangsverkehr zulässig sein. Dadurch leistet der Tag des Guten Lebens auch einen Beitrag zur kritischen Betrachtung der Mobilität in den Städten.

Ausführlichere Infos findet Ihr auch im bundesweiten Konzept des Tags des guten Lebens.

Die Bürger*innen entscheiden, was das gute Leben ausmacht

Welche Aspekte zum „guten Leben“ sonst noch gehören, entscheiden die Bürger*innen in den Nachbarschaften selbst, sie können eigene Ideen dazu erlebbar machen, indem sie sie auf der Straße sichtbar werden lassen. Dabei wird Selbstwirksamkeit erfahren. Gleichzeitig werden die Integration und Identifikation mit der Nachbarschaft gestärkt, denn Menschen fühlen sich dort heimisch, wo sie in der Gemeinschaft mitgestalten dürfen. Dies alles ist ein spannender Versuch, unsere Stadt, unseren Kiez regionaler, demokratischer, nachhaltiger und sozialer zu gestalten. Diese Atmosphäre wird über den Tag hinaus bestehen bleiben. Sie ermöglicht lebendigere Quartiere mit engagierten Bewohner*innen, die ihre Nachbarschaft mitgestalten.

Breite Unterstützung aus Politik und Zivilgesellschaft

Das Konzept des „Tag des guten Lebens“ wird seit 2013 in Köln von der Bürgerinitiative Agora Köln jährlich in wechselnden Stadtvierteln erfolgreich umgesetzt und wurde 2017 mit dem ersten Deutschen Nachbarschaftspreis der Stiftung nebenan.de prämiert. Das Projekt in Berlin wurde mit Mitteln des Landes Berlin in den Jahren 2020 und 2021 gefördert. Die Bezirksämter in Mitte und Lichtenberg unterstützen die Aktivitäten in den Kiezen.

Das im Februar 2019 gegründete Bündnis „Gutes Leben Berlin – Bündnis der Kieze“ wird von mehr als 50 Initiativen und Organisationen getragen. Die Ziele des Bündnisses sind die Förderung einer lebendigen Demokratie und weltoffenen Nachbarschaft, des zivilgesellschaftlichen Engagements und des klimaverträglichen Stadtumbaus, von Freiräumen für die Vielfalt und einem guten Leben, das nicht auf Kosten anderer geht und das mit der sozialen Natur des Menschen mehr im Gleichgewicht ist.