Jenseits von Wachstum: Wie gelingt das Gute Leben in den Kiezen?

Worum geht’s im Online-Seminar?

Die zerstörerischen Folgen unseres Wirtschaftens für Mensch und Natur werden immer offensichtlicher. Die Klimakrise bedroht unsere Lebensgrundlage und unser Konsum geht auf Kosten anderer Menschen. Wie können wir dieser Entwicklung aus dem Lokalen heraus etwas entgegensetzen? Wie können wir unsere Kieze und die Art wie wir leben und konsumieren umgestalten, so dass suffiziente Lebensstile (geringerer Ressourcenverbrauch bei gleichzeitiger Lebenszufriedenheit) begünstigt werden?

Das althergebrachte Lebensmodell von Konsum und Wachstum braucht Alternativen, die allen Menschen eine Chance auf ein gutes Leben innerhalb der planetaren Grenzen ermöglichen. In den Online Talks wollen wir solche Alternativen kennenlernen und gemeinsam über Wege der Umsetzung diskutieren.

Die Online-Seminare richteten sich an alle Berliner*innen, die sich in ihrem Kiez engagieren und dabei ihre Nachbarn besser kennenlernen möchten. Und wer nicht in Berlin wohnt, ist natürlich genauso willkommen. Dich erwarten kurze und prägnante Inputs und viel Raum für Austausch, Diskussion und die Entwicklung eigener Ideen.

Die Online Talks gehen auf Initiative von Aktiven des Tags des Guten Lebens im Brüsseler Kiez zurück.

Flyer mit Portraits der sechs PraktikerInnen

Termine

Alle Termine sind mittwochs, 18-20 Uhr. Offener Checkin ab 17.45 Uhr.

Die Moderatoren

Niklas Heiland & Severin Caspari: Mitgestaltung im eigenen Kiez! Ihr Herz schlägt für Neuanfänge und Aufbrüche. Mit ihrem Verein Common Future informieren, qualifizieren und vernetzen sie seit vielen Jahren Menschen für den sozialen und ökologischen Wandel. Dabei orientieren sie sich an den Interessen und Leidenschaften der Teilnehmenden und initiieren Prozesse des gemeinsamen Lernens und Wirkens.

Die 6 Themen für 2021 sind:

21. April – Zero Waste und Kreislaufwirtschaft: Wie entsteht die Stadt ohne Müll? Jana Nicolas

Die Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, durch das Abfälle vermieden und Ressourcen geschont werden. Städte sind spannende Experimentierfelder, um neue Ansätze und Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erproben. Jana stellt in ihrem Vortrag die Grundzüge der Kreislaufwirtschaft, Zero Waste als Strategie aber auch den Ansatz der industriellen Symbiose vor und zeigt an praktischen Beispielen, welchen Beitrag kommunale Politik, lokale Unternehmer*innen und Bürger*innen leisten können. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wuppertal Institut und beschäftigt sich dort schwerpunktmäßig mit damit, wie verschiedene Ansätze der Kreislaufwirtschaft mit und zwischen verschiedenen Akteuren realisiert werden können.

5. Mai Stadt-Land-Kiez. Wie geht Postwachstum konkret? Jana Gebauer

Wie können wir uns lokales Versorgen für das Gute Leben vorstellen? Wie wollen wir selbst unser Leben und Arbeiten in unseren Kiezen, in unserer Stadt gestalten? Und wie zusammen mit Brandenburg? In ihrem Vortrag stellt Jana Beispiele ‚von hier‘ für solidarische, ökologische und demokratische Formen des Versorgens vor – alte, neue und spekulative. Sie arbeitet als Forscherin, Sprecherin und Moderatorin
zu alternativem Wirtschaften und Postwachs-tum und verknüpft Transformationsdebatten für alternative Zukünfte gern mit konkreten Beispielen und utopischem Spekulieren.

19. Mai – Energieverbrauch und Wachstum im Kiez. Viktor Herrmann.

Wie erreichen wir eine nachhaltige Zukunft? Das Wachstum der Industrieländer ist eng mit dem Erzeugen von Energie verbunden. Diese verstärkt seit dem Industriezeitalter die menschliche Arbeitskraft. Im Computer-Zeitalter ist der Energiehunger der maschinellen Herstellung ungebrochen. Kommen wir in naher Zukunft auch mit weniger Produktion und Ressourcenverbrauch aus? Welche Wege führen dort hin und wie können wir den Wandel in eine nachhaltige Zukunft in unseren Kiezen vorantreiben? Viktor wohnt im Wedding und engagiert sich seit 2018 beim Tag des guten Lebens im Brüsseler Kiez.

2. Juni Auf dem Weg zur Postwachstumsstadt? Anton Brokow-Loga

In städtischen Räumen und Infrastrukturen hat sich ein Zwang zu Wachstum eingeschrieben. Städte ermöglichen heute ein Leben auf Kosten anderer und fördern eine Lebensweise, die verheerende Auswirkungen auf die Natur und die Lebensbedingungen anderer Menschen hat. Gleichzeitig sind Städte Orte der Kooperation, Orte an denen Neues entsteht und von denen eine sozialökologische Wende ausgehen kann. Anton ist transdisziplinärer Forscher an der Schnittstelle von Urbanistik, Politikwissenschaft und Transformationsforschung an der Bauhaus-Universität Weimar. Er sitzt im Stadtrat von Weimar und ist Teil des I.L.A.-Kollektivs.

16. Juni Wie sieht die Wirtschaft der Zukunft aus? Lia Polotzek

Die gegenwärtige Art unseres Wirtschaftens gilt vielen als Garant des Wohlstands. Dabei werden die negativen Folgen für Mensch und Natur ausgeblendet. Wie müsste eine zukunftsfähige Wirtschaft gestaltet werden und auf welchen Wegen gelangen wir dorthin? Und welche Impulse können dabei von lokalen Gemeinschaften ausgehen? Lia ist Referentin für Wirtschaft und Finanzen beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und im Rahmen der I.L.A.-Werkstatt für globale Gerechtigkeit Teil eines Projekts zur Förderung des Solidarischen Wirtschaftens im Werra-Meißner-Kreis.

30. Juni Wege in eine Transformation aus dem Lokalen heraus. Davide Brocchi

Jenseits von privaten und öffentlichen Gütern bieten kollektive Gemeingüter eine gute Alternative, um Städte nachhaltiger zu gestalten. Dabei beginnt Nachhaltigkeit mit der Umwandlung sozialer Beziehungen (Kooperation statt Wettbewerb) und setzt ein anderes Verhältnis zwischen Institutionen und Bürger*innen voraus. Davide initiierte 2013 den Tag des guten Lebens in Köln und beschäftigt sich in Theorie und Praxis mit der Transformation als partizipativem Prozess im Lokalen.

Anmeldung für die Talks:



    Diese Anmeldung geht an brueki@gutesleben.berlin
    Du bekommst wenige Tage vor dem gewünschten Termin einen gültigen Zoom-Link per E-Mail zugesendet. Auf deinem PC oder Mobiltelefon sollte die neueste Zoom-Version installiert sein.

    Die Online Talks 2021 werden gefördert von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.